Grundsätze- SpF - SPZ

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Grundsätze- SpF

Grundsätze bei der Feststellung des Sonderpädagogischen Förderbedarfs und der Einstufung nach einem anderen Lehrplan als dem der Regelschule:
Grundstufe I:
Diagnostizierte* psychische oder physische Behinderungen: Kann in der Zeitspanne zwischen Schuleinschreibung und Schulbeginn eine eindeutig diagnostizierte psychische oder physische Behinderung festgestellt werden, ist das Verfahren auf SPF sofort einzuleiten. Dies ist im Allgemeinen der Fall, wenn eine bereits entsprechende Einstufung nach der Behindertengesetzgebung vorliegt.
*Die ICD 10- Diagnose wird von der Schulpsychologie oder einem Facharzt erstellt.
 Körper- und Sinnesbehinderungen: Das Vorliegen einer Behinderung begründet dann keinen SPF, wenn die voraussichtliche Erreichung der Lehrplanziele der jeweiligen Schulart möglich ist.
 Verhaltensbehinderungen: Ein Antrag auf SPF auf Grund einer Verhaltensbehinderung kann nur bei Vorliegen eines psychiatrisch-klinischen Gutachtens gestellt werden.
 Präventive Maßnahmen bei Entwicklungsverzögerungen: Vor Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs sind nachweislich alle zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten (innere Differenzierung, Förderunterricht, Lehrplanerleichterungen, Sprachheilunterricht,…) auszuschöpfen. Es ist den Kindern mit Lern- und Entwicklungsverzögerungen Zeit zu geben, die geforderten Lernziele mit Ende der Grundstufe I (nach 3 Jahren – Nutzung der flexiblen Schuleingangsphase) zu erreichen. Präventive Maßnahmen wie Förderung und Beratung sollen im Vordergrund stehen, damit Stigmatisierung und ein SPF – Bescheid vermieden werden. Im Sinne der flexiblen und bedarfsbezogenen Ressourcenzuteilung (Unterstützungs-systeme) sind Modelle zu entwickeln und zu erproben. Sonderpädagogen/innen sollen an der besonderen Förderung von Schülern ohne SPF mitwirken und bei der Erstellung von Förderkonzepten und –plänen beraten.
 Eine Lehrplaneinstufung in der GST I soll bei einer diagnostizierten psychischen oder physischen Behinderung erfolgen. Als mögliche Einstufungsvarianten stehen der Lehrplan für schwerstbehinderte Kinder bzw. für Allgemeine Sonderschulen zur Auswahl.
 Alternative Leistungsbeurteilungen sind nach Möglichkeit heranzuziehen, da die Ziffernbeurteilung besonders für Kinder mit großen Leistungsdefiziten ein Problem darstellt (Entmutigung, Verlieren der Lernfreude).
Grundstufe II:
 SPF Antrag: Wird nach Ausschöpfung aller grundschulspezifischen Maßnahmen und einem ausreichenden Beobachtungszeitraum eine Beeinträchtigung des Lernens auf Grund einer psychischen Behinderung (Schulpsychologie, Kliniken, Ärzte…) festgestellt, soll ein Antrag auf SPF bis 23.12.2015 gestellt werden.
 Lehrplaneinstufung: Eine ausführliche pädagogische Begründung (Schul- oder Klassenkonferenzbeschluss) ist dem Antrag zur Lehrplaneinstufung beizufügen. Dieser Antrag ist bis 01.12.2015 an den LSR weiterzuleiten.
o Die „Pädagogischen Begründungen“ müssen von den Pädagoginnen/Pädagogen der Regelschule (VL, NMS-L.) verfasst werden.
Die Sonderpädagoginnen/Sonderpädagogen bieten Unterstützung betreffend ASO-Lehrplan, fügen eventuell die Lernziele dieses Lehrplans ein
Vorgaben:
o Die pädagogische Begründung muss im Word-Format vorliegen und vollständig sein: Antragsformular (Unterschriften, Angabe der dementsprechenden Lehrpläne,…)
o Für alle Unterrichtsgegenstände, in denen eine Umstufung erfolgen soll, müssen die erforderlichen Punkte/Fragestellungen beantwortet sein:
o Pro Gegenstand: Lehrplanbezug zum beantragten Gegenstand (Was fordert der Lehrplan in der jeweiligen Schulstufe?), welche Schwächen und Defizite hat der Schüler generell, welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus.
o Zusammenfassend am Ende für alle Gegenstände die Begründung: (Schlusssätze)
o Kann ev. auch mit Förderunterricht bzw. einer Einstufung in einen LP einer anderen Schulstufe das Auslangen gefunden werden? Wenn nein, warum nicht?
o Warum stellt die in Aussicht genommene Einstufung die bestmögliche Förderung für den Schüler dar?
 Bestehende SPF – Bescheide sind zu überprüfen und bei Erreichung der Lehrplanziele der Volksschule aufzuheben, sofern das Kind in der NMS mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen SpF mehr benötigen wird.
 Die Leistungsbeurteilung erfolgt nach der vorgegebenen LP-Einstufung und sollte nach den Kriterien einer lernzielorientierten Leistungsbeurteilung erstellt werden. Gegebenenfalls sind Lehrplanerleichterungen nach dem Regelschullehrplan seitens der Lehrperson auf Grund einer Behinderung zu erlassen.
Wechsel der Schulart:
 Der letztlich erstellte Bescheid (SPF Bescheid oder Bescheid zur Lehrplaneinstufung) gilt immer nur für die Zeit des Besuches der betreffenden Schulart. Nach einem Schulwechsel (Nahtstelle VS – NMS, NMS – PTS) wird der bisher gültige Bescheid hinfällig und die Einstufung in den Gegenständen ist neu vorzunehmen.
 Erstellte Förderpläne, gültige SPF – Bescheide und Bescheide zur Lehrplaneinstufung sind der Nachfolgerschule weiter zu geben.
NMS:
 Bestehende SPF – Bescheide sind zu überprüfen und bei Erreichung der Lehrplanziele der NMS aufzuheben.
 Ein SPF – Bescheid in der Sekundarstufe ist nicht möglich, außer bei Eintritt neuer Fakten wie Krankheit, Unfall oder Zuwanderung.
 Der Unterricht von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat sich in allen Gegenständen nach dem von den in der jeweiligen Klasse unterrichtenden Lehrern/innen erarbeiteten Förderkonzept auszurichten.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü